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Futur V präsentiert:

Futur FilmFestival 

13. bis 20. August 2021

Performance-Filmprogramm
Tag 5
17.08.2021
21:00 Uhr
Tag 6
18.08.2021
21:00 Uhr
Tag 7
19.08.2021
19:00 Uhr
Tag 8
20.08.2021
21:00 Uhr

Eröffnungsabend FUTUR V –

Festival für Performance und Film

Tanz als Disziplinierung des Körpers im Gegensatz zur Erforschung der Grenzen des Körpers in der Performance und Tanz als Mittel der Massen- extase; Love-Parades, Disco, Volkstanz und Demo-Swing bei „Fridays for Future“ bis hin zu den in der Schanze entstandenen Protest-Performance- Formen wie „Lieber tanz’ ich als G20“: FUTUR zeigt brandneue Produk- tionen der Tanzperformance-Szene sowie Perlen der Performance- und Tanzkunst im historischen Kontext.

Für die 5. Ausgabe von FUTUR möchten wir das Programmangebot durch Open-Air-Strandkorbkino zum Thema Performance und Tanz erweitern. Am Strand von Övelgönne öffnet das Festival seinen Raum und zeigt Pro- gramme mit historischen und zeitgenössischen Highlights in Schwarz-Weiß.

Bei allen Veranstaltungen ist der Eintritt frei – Spenden sind willkommen.

ERÖFFNUNGSPROGRAMM

KREISUNG DES QUADRATS

Live Performance von blanche/noir, 10 Min., 2021

Inspiriert von Samuel Becketts„Quadrat 1 & 2“

LIEBE ZUSCHAUER Regie: Dieter Rühmann, 20 Min., S/W, D 1969 Die Pandemie vorweggeträumt hat der Hamburger Performer Dieter Rühmann – berühmt geworden, indem er sich eine Woche in einer Kiste auf der Kunsthalle einsperrte. Radikal auch der S/W-Kurzfilm. Man muss kein Cineast sein, um zu würdigen, womit Rühmann als bilden- der Künstler sein Debüt als Filmemacher hinlegte. Das Gespräch am Strand mit dem Performer wird ihn uns neu sehen lassen.

WAHN Tanzfilm von Patricia Carolin Mai, 1’30 Min., S/W-Trailer, D 2021 Vorschau auf die farbige Langfassung im Programm PANDÄMONIUM am 18.8. im Kino 3001. Die Künstlerin kommt zum Gespräch.

WEISS

Choreografie: Irmela Kästner, Regie: Gitesh Klatt, 23 Min., S/W, D 1991

Vorschau auf PANDENAUT:INNEN am 17.8. Anschwellendes Maschinen- geräusch. Der Vordergund der Bühne wird zum Wasserfall. Eine Druck- maschine spult durch montierte Bildprojektion ihr Papier ab – darauf eine Tanzperformance. Gäste: Irmela Kästner & Gitesh Klatt

IMPASSE

Tanzfilm von Harry Kramer & Wolfgang Ramsbott, 9 Min., S/W, D 1963

Bildhauer, Tänzer, Friseur und Professor an der Kasseler Kunstaka- demie – Harry Kramer sprengte Genregrenzen. Im Fundstück des Filmkünstlers Wolfgang Ramsbott spürt man den freien Zeitgeist der 1960er Jahre. Eine coole Tanzperformance zu treibenden Jazzeinlagen in düsteren Fabrikanlagen – Harry Kramer at his best! FUTUR-MitgliedBirgit Dunkel hat ihn gekannt und wird berichten.

BLANCHE OBSKUR Regie: Birgit Dunkel, 15 Min., S/W, D 2021 Verhüllung und Sichtbarkeit – hell und dunkel – der Film dokumentiert die Eröffnungsperformance zur gleichnamigen Ausstellung im Poolhaus Blankenese.

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DOUBLEFEATURE CUNNINGHAM/CAGE

VARIATIONS V – MERCE CUNNINGHAM

Regie: Arne Arnbom, 45 Min., USA 1967

John Cage komponierte „Variations V“ im Jahr 1965 für die Merce Cunningham Dance Company. Er und David Tudor einigten sich auf zwei Systeme, bei denen der Ton von der Bewegung beeinflusst werden sollte. Beim ersten entwarfen Billy Klüver und seine Kollegen ein System, das aus genau ausgerichteten fotoelektrischen Zellen bestand, die auf die Bühnenbeleuchtung gerichtet waren. Auf diese Art und Weise lösten die Tänzer immer dann Töne aus, wenn sie mit ihren Bewegungen die Licht- schranken durchbrachen. Ein zweites System verwendete eine ganze Reihe Antennen. Wenn ein Tänzer sich bis auf ca. 1,20 m einer Antenne genähert hatte, wurde ein Ton erzeugt. Zehn Fotozellen wurden mitein- ander verbunden, um Bandaufnahmegeräte und Kurzwellenradios zu aktivieren. Cecil Coker entwarf einen Kontrollkreislauf, der von Witt Wittnebert gebaut wurde. Filmsequenzen aus Fernsehbildern, die
von Stan VanDerBeek und Nam June Paik manipuliert worden waren, wurden auf Leinwände hinter den Tänzern projiziert. Aufgezeichnet im NDR-Fernsehstudio. Szenen aus der Produktion finden sich auch im folgenden Film „John Cage“. Im Gespräch mit dem Kameramann des folgenden Films Rudi Körösi.

JOHN CAGE

Regie: Klaus Wildenhahn, Kamera: Rudi Körösi, 58 Min., D 1966

Der Film entstand in Saint-Paul-de-Vence, Pont Point (Oise) und Ham- burg im Sommer 1966. John Cage führt open-air eine Komposition auf. Keine Szene wird gestellt, es gibt keine Statements, kein Drehbuch, keine Interviews. Merce Cunninghams Tanztheater improvisiert zu Cages Musik, der Maler Miró gerät ins Blickfeld, er schenkt den Künstlern ein Bild, um die Tournee zu finanzieren. Kameramann Rudi Körösi erinnert sich an die Zeit mit der Tanz-Company on the road.

HOME OF THE BRAVE
Regie: Laurie Anderson, 91 Min., USA 1986

Als die amerikanische Performerin jüngst in der Elphi eine Woche lang Live-Performances vor vollen Sälen zeigte, war es noch dieselbe char- mante Laurie Anderson, die Mitte der 1980er Jahre im Schauspielhaus „Home of the Brave“ performte. Dieser Kinofilm rettet die Erfahrung der Live-Performance über die Zeiten. Brillante Kritik an den Medien, die seither an Brisanz gewonnen hat.

Durch die Pandemie sind wir zur Weichware für den Computer geworden, zu Wesen, welche die Maschine braucht, um an- und ausgeschaltet zu werden. Nullen und Einsen brachte Laurie damals schon in Language Is a Virus überlebensgroß auf die Bühne.

FREUND! FREUND! FREUND!

Regie: Alexander Grasseck & Stefan Corinth, 73 Min., D 1997

Passion Impossible – 7 Tage Notruf für Deutschland. Christoph Schlingensief unternahm den Versuch, die Verhältnisse zum Tanzen zu bringen, indem
er das Hamburger Schauspielhaus mit dem davor liegenden Vorplatz
des Hauptbahnhofs in eine sowohl theatrale als auch direkte Beziehung bringt. Junkies, Penner und andere Verlorene der Wohlstandsgesellschaft begegnen Staatsschauspielern. Die ehemalige Polizeiwache 11, bekannt geworden durch die Misshandlung von People of Colour, mutiert zur „Bahnhofsmission“. Dort gibt es Tee und Suppe für alle, und tägliche „Missionsversammlungen“.

Der Film gibt Einblicke in ein Theaterprojekt, das als Gradwanderung zwi- schen sozialem Engagement und Spiel mit dem Feuer gewohnte Theater- erfahrungen sprengt. Gäste: Alexander Grasseck & Stefan Corinth.

Diskussion zu Schlingensief und Film „Scheitern als Chance“

19. August 2021 | 21 Uhr | Rote Flora

498, Third Avenue

Regie: Klaus Wildenhahn,

Kamera: Rudi Körösi, 83 Min., D 1967

Ein heißer Sommer in New York. In der 3rd Avenue, Nr. 498: Merce Cunningham schwebt durch das Tanzatelier. Die Kamera befreit sich vom Stativ und wird wunderbar leicht. Der schwarz-weiße Direct-Cine- ma-Film zeigt Tanz als Arbeit: Anstrengung, Erschöpfung, aber auch Spaß und Fantasie. Die Cunningham-Truppe ist Avantgarde. Also handelt der Film auch von den existenziellen Konflikten dieser Truppe. Wovon leben die Tänzerinnen und Tänzer? Was für eine Zukunft haben sie? Das Tanztheater ist pleite. Freunde organisieren eine Benefizparty im Park. John Cage und Velvet Underground treten auf, Andy Warhol wird von hinten gesichtet. Dann gehen die Proben im Studio weiter.

Gast: Kameramann Rudi Körösi, der sich noch lebhaft an die Dreharbei- ten mit Merce Cunningham und Klaus Wildenhahn erinnert.

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PANDENAUT:INNEN

Performance und Video verzahnen sich in diesem Programm durch die Choreografin/Autorin Irmela Kästner, die Filmemacherin Dorothea Grießbach und den Performer Gitesh Klatt, der seinen Raumanzug aus Lübeck mit ins Strandkorbkino zur Live-Perfomance bringt.

SINGLE BENCH PEFORMANCE 1

Live Performance mit Video, D 2020, von Gitesh Klatt

Lockdown, Ausgangssperren, Quarantänebestimmungen, Abstandsrege- lung, Maskenpflicht u. v. a. m. Eine weltweite kollektive Erfahrung und die Frage: „Wann wird es wieder so wie vorher?“ [...] Ich träumte von Helden in Raumanzügen, von Space Cowboys und sah mir die NASA-Filme aus der Raumstation ISS an, ich schaute mir zahlreiche Science Fiction-Fil- me an, und mir wurde schnell klar, dass es auch in den Raumanzügen nur für Stunden relativ sicher ist und dass die Astronauten viel Glück, viel Vertrauen und viel Mut brauchen, wenn sie in einem Raumanzug die ISS verlassen. [...] Sicherheit, was ist das eigentlich? Und wo? Ich suchte in mir nach Sicherheiten, wurde fündig und suche weiter. Bei dieser Suche hilft mir Kunst. Die „Single Bench“-Installation ist ein Traumbild, das ich in 3D real umgesetzt habe. Für mich ist es eine Meditation allein auf einer Bank, meinem Herzen treu verbunden, mit Vertrauen in meinen Körper. (Gitesh Klatt, 2020)

WEISS

Choreografie: Irmela Kästner, Regie: Gitesh Klatt, 23 Min., S/W, D 1991

Wiederholung aus dem Eröffnungsprogramm. Anschwellendes Maschi- nengeräusch. Der Vordergund der Bühne wird zum Wasserfall. Eine Druckmaschine spult durch montierte Bildprojektion ihr Papier ab – darauf die Tanzperformance.

SINGLE BENCH PERFORMANCE 2 

von Gitesh Klatt, 9 Min. Teil 2 der Performance Single Bench mit Experimenten im musikali- schen Space Lab – Artonauten sind auch Marionetten.

THE BEE-TREASURE

Regie: Barbara Schmidt-Rohr, Kamera: Dorothea Grießbach, 4 Min., D 2014

Die Welt der Kinder ist draußen, hinter den Höfen, in den Gruben und im Gebüsch, versteckt vor den Blicken der Erwachsenen. Die Bee-Kinder- Bande hat einen Ort gefunden, an dem sie für sich sein kann. Neben Hollis Garten, im Schutz des Theaters leben sie in einem Unterschlupf, inmitten von Erde, Schmutz und Blüten. Kleine Nagetiere, Vögel und eine Bienenkönigin sind ihre Gefährten. Wir wissen nicht genau, warum die Kinder alleine gelassen wurden. Man munkelt, sie seien auf der Flucht und wanderten umher. In ihrer Welt gibt es andere Regeln und fast ver- gessene Träume; keine Eltern, keine Lehrer, keine Kontrolle.

SINGLE BENCH VARIATION 3

Regie: Gitesh Klatt, 4 Min., D 2021

PANDÄMONIUM – KURZFILMPROGRAMM

Wie erleben junge Hamburger Performer:innen die Pandemie? Beamer frei für aktuelle Performance-Filme und pandemische Entdeckungen.

WAHRSCHAU 1 Min., D 2020
Die Filmassemblage von Jenny Beyer (Tanz), Helena Ratka (Video) und Jetzmann (Text) ist ein Warnruf zur erzwungenen Isolation in der Pandemiezeit.

HERBST 2020 2’15 Min.
Tanzen als Glücksmoment und Gemeinschaftserlebnis – wohin damit, wenn die Clubs geschlossen sind? Das Filmkollektiv Video Aktuell reflek- tiert die Situation der Clubs und zeigt mögliche Szenarien auf.

MUDRA Tanzfilm von Jasmine Fan und Team, 20 Min., D 2021
Das indische Wort Mudra bezeichnet Handgesten, die der Kommunika- tion mit dem Göttlichen dienen. Das Tanzstück spürt diesen ursprüng- lich sakralen Gestenin der heutigen Alltagskommunikation und bei den Protesten in Hong Kong nach. Der Tanzfilm basiert auf dem Livestream der Aufführung im Lichthoftheater und dokumentiert die choreografische Umsetzung dieser Handgesten-Kommunikation der Menschen mit ihrer realen oder imaginierten Außenwelt. Das Publikum war pandemiebe- dingt auf der Leinwand virtuell zugeschaltet

WAHN Tanzfilm von Patricia Carolin Mai und Team, 30 Min., D 2021

Es sollte ein Gruppenstück mit 17 Menschen jeden Alters aus Hamburg werden. Durch die Pandemie wurden aus dem Gruppenprojekt 17 isolier- te Körper, die sich als farbige Schatten in der Projektion begegnen. Das Bühnenstück mutierte unter logistischen und menschlichen Extrem- bedingungen zum Tanzfilm, der innere Ausnahmezustände tanzend und filmisch erforscht.

 

FUTUR-FILMFESTIVAL-IDEE:

Die künstlerische Umsetzung von

Live-Performances im Medium Film untersuchen.
Dem Performance-Film eine Plattform geben.
Die historischen Wurzeln der Performance-Filme und Dokumentationen entdecken und ihren Einfluss auf heutige Produktionen diskutieren.
Live-Performances werden aufgeführt und filmisch dokumentiert.

 

 
 
 
 
 
 
Futur-TEAM
Svenja Baumgardt
Dokumentarfilmerin, Konzeptgrafikerin
Ralf Denecke
Organisation und Programmkoordinator 3001 Kino
Birgit Dunkel
Künstlerin, Performance, Film und Fotografie
Rasmus Gerlach

Dokumentarfilmer,

Mitgründer der Dokumentarfilmwoche  Hamburg

Irmela Kästner
Tanz-Choreografin und Wissenschaftlerin
Irina Linke
Filmemacherin und Medienwissenschaftlerin 
Dieter Rühmann
Performancekünstler
Markus Schaefer
Mitgründer des Kurzfilmfestivals Hamburg, Grafikdesigner
Orte
Strandkorbkino bei Dock 13 am
Elbstrand beim Museumshafen:

Övelgönne 13, 20357 Hamburg
3001 Kino:
S Bahn Station Sternschanze
Schanzenstraße 75, 20357 Hamburg
Rote Flora:
S Bahn Station Sternschanze,
Achidi John Platz 1, Schulterblatt 71, 22769 Hamburg
Orte
 
 
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